| Schützenverein |
Die Entstehung des Vereins
Als die Soldaten aus dem 1. Weltkrieg wieder in die Heimat zurückgekehrt waren, verstärkte sich in dieser schweren Zeit der Wunsch nach einem eigenen Schützenverein. Die Gründungsversammlung wurde am Sonntag, den 24.07.1921 um 11,00h nach dem Hochamt im Vereinslokal, dem Gasthaus Wurm, von Wilhelm Hilchenbach eröffnet. Die Gründung eines Schützenvereins für die "Schulgemeinde Römershagen" wurde von allen 39 Anwesenden beschlossen. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
Als Aufnahmegebühr wurden 10,- Mark erhoben und als monatlicher Beitrag zunächst 3,- Mark festgesetzt. Durch Sonderbeiträge konnten schon recht bald Gewehre und Mützen gekauft werden. Der Verein war bestrebt, auch sobald wie möglich eine Schützenfahne anzuschaffen. Zu diesem Zweck zogen die jüngeren Schützen Sylvester 1921/22 zum Neujahrssingen durch die Ortschaften des Vereinsbezirkes und stifteten den herbei gesammelten Geldbetrag in Höhe von 470,- Mark, sowie 342,- Mark, die bei einer kleinen Weihnachtsfeier gesammelt wurden. Da die damals einsetzende Inflation das Geld rasch immer wertloser machte, bedurfte es größerer finanzieller Anstrengungen um den Betrag von 6500,- Mark für die bereits in Auftrag gegebene Fahne aufzubringen. Diese wurde vom Vorstandsmitglied Heinrich Brüser aus Dörnscheid in Köln abgeholt. Ostern 1922 wurde die Fahne des Schützenvereins Römershagen geweiht. Das erste Schützenfest wurde am 16. Juli 1922 gefeiert. Schützenkönig war Paul Scheppe aus Römershagen. Er wählte sich Frl. Mathilde Hilchenbach zur Königin. Leider bschränkte die fortschreitende Inflation die Vereinstätigkeiten sehr und es war nicht immer mäglich, das Schützenfest regelmäßig zu feiern (1923 und 1926 fielen aus). Die Schützenkasse schloss zum Ende der Inflation mit 50.000.000,- Mark ab! Nachdem wieder stabile Geldverhältnisse eingetreten waren, wurde außer den jährlichen Schützenfesten auch der Schießsport in Form von Preisschießen recht intensiv betrieben. Es entwickelte sich ein reges Vereinsleben. Da die Gemeinde seit jeher eine starke Bindung zum benachbarten Freudenberg hatte, kamen zu den Veranstaltungen eine beträchtliche Zahl Freudenberger Bürger. In dem Protokoll vom 29.01.1928 heißt es wörtlich, dass sich Freudenberger nirgends so wohl fühlen wie im Kreis Römerscher Schützen (aus Freudenberg kamen bis dato 3 Schützenkönige!). Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage in den Jahern 1931 und -32 mussten abermals die Schützenfeste ausfallen. Für das Schützenjahr 1933 stiftete der Schützenkönig des Jahres 1930, Josef Schneider aus Römershagen, dem Verein die erste Königskette. Wer von den Schützenbrüdern und Festbesuchern hätte am 09.07.1939 gedacht, dass erst elf Jahre später das nächste Schützenfest bei Wurm´s gefeiert werden würde! Welche starke Bindung die zum Wehrdienst eingezogenen Schützenbrüder zu ihrem Verein hatte, bezeugen die noch heute vorhandenen Feldpostbriefe, die den Vorsitzenden aus den Kriegsgebieten erreichten. Leider mussten auch einige der jüngeren Schützenbrüder in diesem Krieg ihr Leben lassen. Während des 2. Weltkrieges wurde kein Schützenfest gefeiert und auch danach war es nicht erlaubt und auch gar nicht möglich, weil alle Gewehre von den Alliierten eingezogen waren. Erst im März 1950 konnte die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen werden. Die Schützenfeste wurden weiterhin bei der Gastwirtschfaft Wurm gefeiert. Hier sei der Familie Wurm gedankt, die durch ihre ausgezeichneten Festvorbereitungen sehr zum Gelingen dieser einzigartigen ländlichen Schtzenfeste beigetragen hat. 1951 bestand der Schützenverein 30 Jahre und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte fand das Kaiserschießen statt. Aus der Reihe der Schützenkönige errang Johannes Stahl aus Rothemühle die Kaiserwürde. Um auch die Jugend mehr in das Vereinsleben ein zu binden, wurde 1953 für die Jungschützen zum ersten Mal ein separates Vogelschießen veranstaltet. Josef Hilchenbach konnte sich als erster Jungschützenkönig qualifizieren. Nur einmal (1955) feierte der Verein das Schützenfest auf dem Hof Josef Schneider in Römershagen. Die Kreisstraße Richtung Wildenburg wurde alljährlich zum Schützenfest gesperrt und vor der Gastwirtschaft Wurm mit einem Zelt überbaut. Wegen des im Laufe der Jahre immer stärker werdenden Verkehrs war dies nur bis 1958 möglich. Für das Schützenfest 1959 verlegte man den Festplatz auf eine Weide von Josef Brüser. 1960 kaufte der Verein von Heinrich Wurm den jetzigen Schützenplatz "am Zollstock". Dort wurden von nun an die Schützenfeste gefeiert. Das Aufstellen des Zeltes war in jedem Jahr mit großen Mühen und Kosten verbunden. Darum entschieden sich die Mitglieder 1963 für den Bau einer Schützenhalle (der ersten in der Gemeinde Wenden). Unter großem finanziellen und persönlichen Einsatz gelang es, die Halle soweit fertig zu stellen, dass bereits im August desselben Jahres die Primiz des Jungpriesters Anton Brüser aus Dörnscheid darin gefeiert werden konnte. Am 5. September 1964 konnten die Schützen endlich das erste Schützenfest in ihrer neuen Halle feiern. Im Laufe der Jahre wurde die Schützenkette so schwer, dass eine 2. angeschafft werden musste. Der Schützenkamerad Waldemar Schipper stiftete dem Verein eine neue Kette, die seitdem vom Schützenkönig getragen wird. An ihr befinden sich die Medaillen der letzten 11 Könige und jeweils die des letzten Königs schmückt die untere Mitte. 1969 legte der Vorsitzende Carl buchen sein Amt nach 40jähriger Tätigkeit nieder. Er wurde in einer Generalversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. An seine Stelle trat damals der heutige Ehrenvorsitzende Alfred Hesse, der das Amt 23 Jahre innehatte. 1993 übernahm der damalige 2. Vorsitzende Ferdinand Reer das Amt des 1. Vorsitzenden. Um die neuen gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen, wurde 1975 anstelle der Vogelstange ein Kugelfang errichtet (So kann es nun leider nicht mehr vorkommen, dass die abgeschossene Vogelstange samt Vogel nach dem Schützenfest auf einem Gartentor festgeschweißt wird...) Die erforderlichen Instandhaltungsarbeiten und notwendigen Verbesserungen an der Schützenhalle wären nach wie vor ohne die Eigenleistung der Mitglieder nicht möglich: Zunächst baute die Jugendgruppe 1978 ihren Gruppenraum aus. Eine wesenliche Verbesserung war der Neubau des Toilettentraktes (1986), die Neuverglasung (ebenfalls 1986) und die Erneuerung des Hallendaches (1990). Immer wieder wird seitdem die Schützenhalle für größere Veranstaltungen in Anspruch genommen. o waren z.B.1989 drei große Events in der Schützenhalle: 25 Jahre Malteser Ortsverein, 30 Jahre Musikverein Ottfingen und das 25-jährige Priesterjubiläum von Tonis (Anton) Brüser aus Dörnscheid . Nach 70 Jahren war die erste Schützenfahne bereits reichlich verschlissen und so ließ der Verein im Jubiläumsjahr 1991 eine neue Fahne anfertigen. Die Kosten wurden wieder durch einen Sonderbeitrag, Spenden und den Erlös aus der Werbung in der Festbroschüre gedeckt. Zusammen mit dem Gesangverein "Harmonie" Dörnscheid wird in jedem Jahr das Erntedankfest gefeiert. Ein für alle Beteiligten und Besucher unvergessenes Erntedankfest wurde am 8. und 9. September 1994 begangen. Der Jakobimarkt anlässlich der 850-Jahr-Feier Römershagens fand wegen der unbeständigen Witterung in der Schützenhalle statt und verwandelte diese in eine Markthalle. 1996 feiert der Verein sein 75 jähriges Bestehen mit seinem größten Schützenfest in der Vereinsgeschichte und erstmalig mit einem großen Zapfenstreich, gespielt von der Musikkapelle Ottfingen. Vater und Sohn regieren gemeinsam in diesem Jahr : Kaiser wurde Alois Fischer und König war Kunibert Fischer. Die Sportschützenabteilung wurde ebenfalls 1996 ins Leben gerufen. 1997 spielt der Musikverein "Treue" Ottfingen das 25. Schützenfest in folge in Römershagen. Der MGV "Harmonie" veranstaltet erstmalig ein Gemeindechorfest in der Schützenhalle 1998 beginnt der Schützenverein mit dem Anbau des Luftgewehrschießstandes an der Halle, der gleichzeitig Gesellschaftsraum werden sollte. Der erste König im neuen Jahrtausend war 2000 Helmut Klur. Dessen Sohn Mario regierte im selben Jahr die Jungschützen. Erstmalig in der Vereinsgeschichte musste der Festzug wegen derartig starker Regenfälle auf dem Kirchplatz abgebrochen werden. 2001 werden die neuen Räumlichkeiten des Vereins eingeweiht. Der Schützenverein feiert in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen. Der amtierende Major und scheidende Schützenkaiser Alois Fischer stellt sein Amt zur Verfügung, neuer Major wird Michael Stausberg, die Kaiserwürde erlangt Alois Klein aus Döingen. Schützenkönig in diesem Jahr ist Helmut Knopp. Rechtzeitig zum Fest wurde die Befestigung des 400m2 großen Hallenvorplatzes ausschließlich in Eigenleistung fertig gestellt. Die Sportschützenabteilung wurde 2002 zu einem eigenständigen eingetragenen Verein ausgebaut. 2003 besuchte der Schützenverein mit stattlicher Anzahl Uniformierter das Kreisschützenfest in Rüblinghausen.
Wie schon seit der Gründung des Vereins wird auch heute eine enge Bindung zur Kirche gepflegt. Alle kirchlichen Veranstaltungen , wie Prozessionen, Martinszug, Osterfeuer und Martinszug, wären ohne den Schützenverein nicht denkbar. Auch hat der Schützenverein im Laufe der Jahre mehrfach erheblich zu verschiedenen notwendigen Anschaffungen der Kirche beigetragen (z.B. Kirchenglocken und der Bau der Prozessionsstation am Weg nach Döingen). Der Schützenverein stiftete 1955 die Gedenktafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten in der Römershagener Kirche. Der enge Kontakt zu den benachbarten Schützenvereinen Heid, Friesenhagen und Wildberg wird durch die gegenseitigen Besuche der jeweiligen Schützenfeste bzw. Winterfeiern gepflegt. Neben vielen anderen Vereinen aus der Umgebung wird auch der befreundete Schützenverein aus Darup im Münsterland zu den Jubiläumsfesten erwartet. Diese Verbindung wurde 1959 vom dem aus Darup stammenden Schützenbruder Hubert Reer hergestellt. Seit dieser Zeit besuchen sich die Vereine alle 5 Jahre gegenseitig. Der musikalische Rahmen wurde in den 50er Jahren vorwiegend von den Musikvereinen Niederfischbach, Hünsborn und Heid gestaltet. Seit 1972 wird das Fest ohne Ausnahme vom Musikverein "Treue" aus Ottfingen gespielt. Wenn man zum Schluss Bilanz zieht, so hat der Schütztenverein Römershagen in den vergangenen 80 Jahren eine positive Entwicklung genommen und ist zu einem belebenden und tragenden Element in unseren Ortschaften Römershagen, Dörnscheid und Döingen geworden.
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